Fachbereich Neurologie

Neurologische Reha: für ein starkes Nervensystem

Finden Sie bei uns zu Ihrer inneren Stärke zurück!

Das menschliche Nervensystem ist eine komplexe Struktur aus Milliarden von Nervenzellen, die alle wichtigen Körperfunktionen steuern und uns über Reize ein Bild von der Außenwelt geben. Auch unser Innenleben, unsere Gefühle und unser Verhalten werden von Nervenzellen reguliert. In der Neurologie rehabilitieren wir Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen des Nervensystems und versuchen, zukünftige Einschränkungen zu vermeiden. Dabei bedienen wir uns unter anderem der Physio- und Ergotherapie, der Logopädie, der klinischen Psychologie und der medikamentösen Behandlungen.

Nach dem ganzheitlichen Ansatz des biopsychosozialen Modells der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachten wir dabei Körper, Seele und soziales Umfeld. Die Ärzte und Therapeuten unserer neurologischen Rehakliniken legen zusammen mit dem Pflegepersonal die Schritte für Ihre individuelle Therapie fest. Unser oberstes Ziel ist es, Ihre Lebenszufriedenheit zu steigern, indem wir Ihre Schmerzen mindern. Sie sollen Ihren Alltag selbstständig bewältigen können und emotional ausgeglichen sein.

DSI-Therapie: Damit Reha Spaß macht

Im SRH Gesundheitszentrum Dobel und im SRH Gesundheitszentrum Waldbronn finden Rehabilitanden ein ganz besonderes Angebot: Die Dynamische Symptomorientierte Individual-Therapie (DSI-Therapie) stärkt die Eigenverantwortung der Rehabilitanden und sorgt für Spaß an der Therapie. Statt passiv „therapiert zu werden“, nehmen die Patienten eine aktive Rolle ein: Sie bestimmen selbst, wie viel sie zusätzlich zu ihrer Therapie beitragen wollen. Dass viele Übungen gemeinsam mit einem Trainingspartner absolviert werden, ergänzt das Angebot um ein spielerisches Wettbewerbselement, welches viele Rehabilitanden als besondere Motivation erleben.

Der Therapiepark ist komplett neu, hell und freundlich gestaltet und holt die Therapie aus den Zimmern der Therapeuten. Im Therapiepark stehen den Patienten verschiedenste Trainingsgeräte zur Verfügung. Dreidimensionale Vibrationsplatte oder Haltestange, Laufband und sogar ein Tischkicker machen die Therapie zu einem Teil der Freizeitgestaltung. Das Cycling-Training wird durch einen großen Monitor schnell zum Gemeinschaftserlebnis. Bis zu vier Rehabilitanden können entweder gemeinsam durch eine holländischen Ebene radeln oder sich in Geschicklichkeitsspielen messen. So werden mit viel Spaß und ein wenig Wettbewerb nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Koordination und Geschicklichkeit verbessert. Dabei sind zur Unterstützung immer Therapeuten anwesend, um den Rehabilitanden zu assistieren und die korrekte Durchführung der Übungen sicherzustellen.

Das Konzept hat sich bewährt: Die Rehabilitanden fragen nach mehr Übungszeit, trainieren ihre Motorik und kommen mit anderen Rehabilitanden ins Gespräch. Vor die Wahl gestellt, ziehen die meisten von ihnen das gemeinsame Training einem Einzeltraining vor. Sie verdoppelten teilweise ihre wöchentliche Therapiezeit und gaben gleichzeitig an, dass ihnen die DSI-Therapie mehr Spaß macht als klassische Physiotherapie. Die DSI-Therapie wurde von den Ärzten und Therapeuten der SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald interdisziplinär entwickelt und wird nun über weitere Häuser und Indikationen ausgeweitet.

Alle Informationen können Sie kurz zusammengefasst in unserem Flyer „DSI-Therapie“ herunterladen.

 

Tiefe Hirnstimulation (THS) bei Bewegungsstörungen

Indikationen für die Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist die wirksamste Therapie für Bewegungsstörungen wie Dystonien, Tremor und Morbus Parkinson, wenn andere Therapieformen nicht mehr ausreichend wirken oder zu viele Nebenwirkungen verursachen.

Wie funktioniert die THS?

Bei der THS werden feine Elektroden in das Gehirn implantiert und die gestörte Hirnfunktion mit schwachen hochfrequenten Strömen stimuliert und dadurch wieder weitgehend normalisiert. So können Symptome wie Unbeweglichkeit, störende Überbewegungen oder Zittern beseitigt werden.

Was passiert nach der Operation?

Nach der Erstbetreuung durch die implantierenden Zentren ist es öfter notwendig, eine Anpassung der Grundeinstellung zeitnah vorzunehmen. Dies ist insbesondere beim M. Parkinson wichtig, da die anfangs starke Wirkung der Stimulation („Setzeffekt“) in den Wochen nach der Operation abflaut. Wird keine Anpassung vorgenommen, , kann der Patient in dieser Phase sehr steif und unbeweglich werden.

Ein weiterer positiver Effekt der Stimulation ist, dass die vorbestehende Medikation in Form von Tabletten oft deutlich reduziert werden kann. Die Anpassung der Stimulationsparameter sowie der medikamentösen Therapie und das Vermeiden von Nebenwirkungen erfordern erfahrene Experten für die Betreuung der THS- Systeme. Unter ihrer Anleitung werden die Rehabilitanden auf die Rückkehr in den Alltag vorbereitet.

Vorteil der Einstellung in der Reha

Bei Einsatz der Tiefen Hirnstimulation hängt der Behandlungserfolg von der sorgfältigen Anpassung der Stimulation an die Bedürfnisse des Rehabilitanden ab. Dazu bietet eine Rehabilitation die ideale Gelegenheit: durch die Dauer des Aufenthalts von meist mindestens drei Wochen ist es möglich, die Wirkung der Therapie über mehrere Wochen zu beobachten und gegebenenfalls entsprechend nach zu justieren. Im Gegensatz zur ambulanten Einstellung kann der gesamte Tagesverlauf beobachtet werden, so erreicht man eine Einstellung, die auch am Abend und während der Nacht optimal ist.

Multidisziplinärer Ansatz

In unserer Klinik können dank des multidisziplinären Therapieansatzes im Rahmen unseres DSI-Konzeptes (Dynamische Symptomorientierte Individualtherapie) mit Ärzten und Therapeuten auch feine Veränderungen erfasst und behandelt werden. Therapien werden zwischen Ärzten, Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten abgesprochen. Ein Team von Psychologen und Neuropsychologen erfasst die seelischen Bedürfnisse und gibt dem Arzt Rückmeldung über Erfolg oder Nebenwirkungen der THS-Einstellung.

Spezielle Therapie von Bewegungsstörungen

Unser Team von Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Logopäden werden speziell für die Bedürfnisse von Rehabilitanden mit Bewegungsstörungen geschult. Dazu zählen u. a. die Behandlung von Gangstörungen mit Sturzgefährdung oder Sprachtraining nach der LSVT(Lee Silverman) Methode.

Komplexe Systeme erfordern viel Fachkenntnis

Die Vielfalt der in den letzten Jahren von verschiedenen Firmen auf den Markt gebrachten Stimulationssysteme erfordert eine hohe Expertise in der Handhabung dieser Geräte. Darüber hinaus müssen Rehabilitanden im Umgang mit diesen Systemen kompetent geschult werden, damit sie davon optimal profitieren. Ohne optimale Einstellung wird die bestmögliche Wirkung nicht erzielt und es können störende oder sogar gefährliche Nebenwirkungen auftreten.

Was wir bieten

Als einzige Rehaklinik in der Region behandelt Sie bei uns ein spezialisierter Neurochirurg. Unser Experte kennt den gesamten Prozess von der Operation bis zur Feineinstellung aller auf dem Markt befindlichen THS-Systeme. Auf Nebenwirkungen im psychischen Bereich legen wir besonderes Augenmerk. Ergänzend bieten wir ein breites Spektrum von begleitenden Therapien in einer hohen Dichte an: Unsere Rehabilitanden sollen von ihrer Zeit in der Klinik optimal profitieren.

Broschüre THS zum Download

Unsere Spezialisten

Dr. Donatus Cyron ist Neurochirurg und verfügt dank seiner operativen Tätigkeit über umfangreiche Erfahrung mit THS-Systemen. Sein besonderes Interesse gilt den psychischen Auswirkungen von Erkrankungen und Therapien.

Prof. Dr. Werner Nickels ist Neurologe und Rehabilitationsmediziner. Sein besonderes Interesse gilt Bewegungsstörungen.

Kontaktdaten:

SRH Gesundheitszentrum Dobel

Tel: +49 (0)7083 747 3703 (Sekretariat Chefarzt Neurologie)